Herausgeber:
Festa Verlag

Seiten:
512 Seiten

Inhalt
Als Tochter eines Drogendealers hat Wavy schon früh gelernt: Traue niemandem. Am wenigsten deinen Eltern.
Die Achtjährige ist den schizophrenen Launen ihrer Mutter ausgeliefert und kümmert sich ganz alleine um den Haushalt und ihren kleinen Bruder. Frieden findet sie nur beim Betrachten des Sternenhimmels über den Feldern hinter dem Elternhaus. Und dort begegnet sie dem Riesen Kellen, dem tätowierten Ex-Häftling mit einem Herz aus Gold. Er erweckt in Wavy ein Gefühl, das sie inmitten ihrer Welt aus Gewalt und Vernachlässigung für unmöglich gehalten hat.
Als eine Tragödie Wavys Familie auseinanderreißt, wird unter dem strengen Blick der Welt das, was Wavy so schön erscheint, auf einmal hässlich …

Provokant und einfühlsam erzählt Bryn Greenwood in ihrem Bestseller von zwei verlorenen Seelen und deren sonderbarer, ja unmöglicher Liebe. Eine schockierende und eindringliche Coming-of-Age-Geschichte, jenseits von Moral und Konvention.

Dieses Buch wurde in den USA aufgeregt diskutiert: Ein 13-jähriges Mädchen hat Sex mit einem erwachsenen Mann. Doch es geht um Liebe, nicht um Pädophilie. Der Roman beleuchtet das Thema von verschiedenen Perspektiven und regt zum Nachdenken an.
Die vielen Vergleiche mit Nabokovs ›Lolita‹ sind unpassend, denn der Erzähler in ›Lolita‹ ist definitiv ein Pädophiler, der Mann in diesem Roman sicher nicht.
Die Autorin hat sich mehrfach zu den Vorwürfen geäußert: Sie ist selbst die Tochter eines Drogendealers, wie das Mädchen in dem Buch, und auch sie hatte mit 13 Jahren eine Beziehung mit einem erwachsenen Mann. Der Roman ist aber keine Autobiografie.

Meinung / Rezension
Das Buch war für mich ein reiner Coverkauf, ich hatte mir bis dahin nicht mal die Mühe gemacht den Klappentext zu lesen. Als ich es dann tat, war ich dann doch gespannt, wie die Autorin dieses Buch umsetzen würde.
Beim Lesen dieses Buches hatte ich ein Wechselbad der Gefühle. Ich litt mit den Protagonisten unter den Schrecklichen Umständen, ich freute mich mit ihnen wenn etwas Schönes passiert ist und ich hatte manchmal das Gefühl mir zerreisse das Herz. Selten ging mir eine Geschichte so nah. Das Buch war berührend und tiefgründig, die Atmosphäre düster. „All die Finsternis inmitten der Sterne“ hat mich total gefangen genommen. Das Thema des Buches ist recht heikel, trotzdem finde ich es sehr wichtig und auch sehr gut vermittelt. Man möchte meinen, so ein heikles Thema könnte einen wirklich ekeln, aber das war bei mir nicht der Fall. Tatsächlich ist es, wie oben beschrieben. Ich hatte nie das Gefühl, dass es um Pädophilie geht, sondern wirklich um das Erwachsenwerden und Gefühle, Trauer und das Leben. Für mich war es ein sehr intensives Leseerlebnis. Nur weil ich nicht das Gefühl hatte, es gehe um Pädophilie, muss das Anderen aber nicht so gehen.

Bewertung