
Perfect Little Monsters
1. Oktober 2026
Der britische Soldat Alan Querdilion kann 1943 aus einem Lager der Nazis flüchten. Auf seinem Weg in die Freiheit klettert er über eine merkwürdige Abzäunung – und wird in eine Zukunft katapultiert, in der Hitler und sein Regime einst den Krieg gewonnen haben.
Querdilion findet bald heraus, dass ein geheimnisvoller Graf die ausgedehnten Wälder beherrscht. Vom lauten Ruf der Jagdhörner begleitet, macht der Graf Jagd auf menschliche Beute.
Und es dauert nicht lange, bis sich Querdilion selbst im Unterholz wiederfindet – einsam und gehetzt.
Ein Klassiker der Weltliteratur. Wie sähe die Zukunft aus, würde Hitlers NS-Regime über die Welt herrschen?
Meinung / Rezension
Der Ruf des Jagdhorns ist eine dieser Geschichten, bei denen ich nach dem Ende erst einmal überlegen musste, was ich eigentlich davon halte. Nicht, weil sie mir nicht gefallen hätte. Im Gegenteil, die kurze Geschichte hat mich sehr gut unterhalten. Vielmehr hat mich das dargestellte Szenario beschäftigt.
Die Vorstellung, wie sich die Welt hätte entwickeln können, wenn Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg als Sieger hervorgegangen wäre, ist ziemlich erschreckend. Natürlich lässt sich heute nicht sagen, ob die Geschichte tatsächlich auch nur annähernd so verlaufen wäre. Gleichzeitig fand ich das dargestellte Szenario aber auch nicht so abwegig, dass ich es einfach als vollkommen unrealistisch abtun konnte. Gerade das machte die Geschichte für mich stellenweise ziemlich beklemmend.
Dabei fand ich besonders interessant, wie selbstverständlich diese alternative Welt für die Menschen innerhalb der Geschichte geworden ist. Für sie ist es schliesslich keine alternative Realität, sondern schlicht ihr normales Leben. Als Leser betrachtet man vieles dagegen mit einem ganz anderen Wissen und entsprechend wirken manche Entwicklungen umso erschreckender.
Trotz dieses ziemlich düsteren Szenarios hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten. Sie ist relativ kurz und entsprechend schnell gelesen, schafft es aber trotzdem, eine Welt zu erschaffen, über die ich auch nach dem Ende noch nachgedacht habe.
Nur beim Schluss hätte ich mir tatsächlich noch ein bisschen mehr gewünscht. Nicht unbedingt bezüglich der grossen politischen Entwicklungen, sondern ausgerechnet beim persönlichen Schicksal des Protagonisten. Ich hätte einfach gerne erfahren, wie sein Leben weitergeht und vor allem, ob er nun tatsächlich geheiratet hat oder nicht. Nach allem, was passiert ist, hätte ich ihm gerne noch ein kleines Stück länger über die Schulter geschaut.
Idee / Umsetzung
Das alternative Szenario ist erschreckend und bietet einiges zum Nachdenken. Ob die Geschichte tatsächlich so hätte verlaufen können, lässt sich natürlich nicht beantworten, innerhalb des Buches fand ich die dargestellte Entwicklung aber durchaus interessant.
Spannung
Trotz der kurzen Länge konnte mich die Geschichte durchgehend bei der Stange halten. Gerade die Frage, wie diese alternative Welt funktioniert und wohin die Geschichte führt, hat mich neugierig gemacht.
Lesevergnügen
Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten und war schnell gelesen. Gleichzeitig hat das Szenario dafür gesorgt, dass sie nach dem Ende noch etwas in meinem Kopf geblieben ist.
Charaktere
Der Protagonist hat mich genug interessiert, dass ich am Ende gerne noch etwas mehr über sein weiteres persönliches Leben erfahren hätte. Gerade deshalb fand ich es etwas schade, dass dieser Teil für mich offen blieb.
Schreibstil
Der Geschichte merkt man sprachlich ihr Alter durchaus an. Der Schreibstil wirkt stellenweise etwas altmodisch, liess sich für mich aber trotzdem angenehm und zügig lesen.
Fazit:
Der Ruf des Jagdhorns war eine kurze, sehr unterhaltsame Geschichte mit einem ziemlich erschreckenden Gedankenspiel. Ob sich die Welt bei einem anderen Ausgang des Zweiten Weltkriegs tatsächlich so entwickelt hätte, kann natürlich niemand wissen. Gerade die Möglichkeit, sich mit diesem Szenario auseinanderzusetzen, fand ich aber spannend. Nur über das persönliche Ende des Protagonisten hätte ich gerne noch etwas mehr erfahren.
- Autor: Sarban
- Verlag: Festa Verlag
- Ausgabe: e-book
- Seiten: 176
| Idee/Umsetzung | |
| Spannung | |
| Lesevergnügen | |
| Charaktere | |
| Schreibstil | |
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Durchschnittlich
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