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Der grausame Mord ist fast zehn Jahre her: In einer heruntergekommenen Stadt an der Küste von Yorkshire wurde die 16-jährige Joan Wilson am Strand von drei anderen Schulmädchen lebendig verbrannt.
Und nun werden die Ereignisse jener schrecklichen Nacht zum ersten Mal veröffentlicht.
Lies den Bericht des Journalisten Alec Z. Carelli über das Verbrechen und was dazu führte. Lies alle Interviews mit Zeugen und Familienmitgliedern und dazu die erschütternde Korrespondenz mit den Mörderinnen.
Aber wie viel von dieser Geschichte ist wahr?
Eliza Clark stellt beunruhigende Fragen über die modernen Medien und zerrt unsere dunkelsten Neigungen ans Licht.
Diese unwahre True-Crime-Geschichte verwebt echte und erfundene Morde zu einer bösen Satire auf das True-Crime-Genre und seine Fans.
Eine wirkliche Meisterleistung der Erzählkunst. Von der Autorin des Bestsellers BOY PARTS.
Meinung / Rezension
Penance ist eines dieser Bücher, bei denen ich nach dem Lesen erst einmal überlegen musste, was ich eigentlich davon halte. Denn einerseits fand ich die Geschichte und vor allem die psychologischen Hintergründe unglaublich interessant. Andererseits gab es gegen Ende kaum noch einen Charakter, den ich auch nur ansatzweise sympathisch fand.
Besonders spannend fand ich, wie die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird. Nach und nach erhält man immer mehr Einblicke in die Ereignisse und vor allem in die Menschen, die daran beteiligt waren. Dabei fand ich weniger die Frage interessant, was genau passiert ist, sondern vielmehr, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Gerade die psychologischen Hintergründe haben mich immer wieder beschäftigt. Welche Rolle spielt das Umfeld? Wie stark werden Menschen durch ihre Erziehung und ihre Erfahrungen geprägt? Und wie viel Verantwortung tragen sie letztendlich selbst für ihre Entscheidungen? Das sind Fragen, die mir während des Lesens immer wieder durch den Kopf gegangen sind.
Allerdings muss ich sagen, dass ich mit den Charakteren zunehmend meine Mühe hatte. Je mehr ich über sie erfahren habe, desto weniger konnte ich sie leiden. Teilweise hätte ich sie am liebsten ordentlich durchgeschüttelt. Natürlich müssen Charaktere nicht sympathisch sein, damit eine Geschichte funktioniert. Gerade bei einem solchen Thema wäre es vermutlich sogar ziemlich unrealistisch, wenn man mit allen mitfühlen könnte. Trotzdem hat es mein Lesevergnügen stellenweise etwas beeinträchtigt.
Was mir hingegen gut gefallen hat, waren die unterschiedlichen Schilderungen der Beteiligten. Besonders die ausführlicheren Einblicke in die Gedanken und Erlebnisse von Jayden und den anderen fand ich interessant. Dadurch konnte ich mir nach und nach ein immer besseres Bild der Ereignisse und ihrer Hintergründe machen.
Umso mehr hat es mich gestört, dass Dollys Teil gegen Ende für mich nicht mehr ganz mithalten konnte. Nach den vielen ausführlichen Perspektiven hätte ich mir gerade hier noch etwas mehr gewünscht. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dieser Abschnitt nicht mehr dieselbe Wirkung auf mich hatte wie die vorherigen.
Insgesamt hat mich Penance also durchaus beschäftigt und zum Nachdenken gebracht. Gerade die psychologischen Aspekte fand ich sehr gelungen und interessant. Gleichzeitig konnte mich die Geschichte nicht durchgehend gleich stark überzeugen und auch das Ende hat bei mir nicht ganz den Eindruck hinterlassen, den ich mir erhofft hatte.
Idee / Umsetzung
Die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und dabei besonders die psychologischen Hintergründe der Beteiligten herauszuarbeiten, fand ich sehr interessant. Allerdings haben mich nicht alle Teile gleichermassen überzeugt.
Spannung
Die verschiedenen Schilderungen und die Frage, wie es zu den Ereignissen kommen konnte, haben meine Neugier geweckt. Gegen Ende liess die Spannung für mich allerdings etwas nach.
Lesevergnügen
Ich fand die Geschichte interessant und habe mich gerne mit den Hintergründen beschäftigt. Die zunehmend unsympathischen Charaktere und der für mich etwas schwächere letzte Teil haben mein Lesevergnügen allerdings beeinträchtigt.
Charaktere
Die Charaktere sind vielschichtig und ihre psychologischen Hintergründe fand ich besonders spannend. Sympathisch waren sie mir allerdings irgendwann praktisch alle nicht mehr, was es mir stellenweise schwer machte, wirklich mit ihnen mitzufühlen.
Schreibstil
Die unterschiedlichen Perspektiven und ausführlichen Schilderungen haben gut zur Geschichte gepasst. Besonders die Einblicke in die Gedanken und Erfahrungen der Beteiligten fand ich gelungen.
Fazit:
Penance ist eine interessante Geschichte, die vor allem durch ihre psychologischen Hintergründe und die unterschiedlichen Perspektiven überzeugt. Gerade die Frage, wie Menschen zu ihren Entscheidungen kommen und welchen Einfluss ihr Umfeld darauf hat, fand ich spannend. Allerdings hatte ich mit den Charakteren zunehmend meine Mühe und auch Dollys Teil gegen Ende konnte mich nicht mehr ganz so überzeugen wie die vorherigen Schilderungen. Insgesamt ein Buch, das mich durchaus beschäftigt hat, bei dem mir aber für eine höhere Bewertung etwas gefehlt hat.
- Autor: Eliza Clark
- Verlag: Festa Verlag
- Ausgabe: Hardcover
- Seiten: 496
| Idee/Umsetzung | |
| Spannung | |
| Lesevergnügen | |
| Charaktere | |
| Schreibstil | |
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Durchschnittlich
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