
Other Mommy
22. September 2026
Foxglove
22. September 2026
Auf eine entlegenen Pazifikinsel hat sich der zweifelhafte Wissenschaftler Dr. Moreau zurückgezogen, um dort ungestört seinen fragewürdigen Experimenten nachgehen zu können. Nach einem Schiffsunglück muss der Passagier Edward Prendick dort aus Mangel an Alternativen anlanden. Dort trifft Prendick auf über 60 von Dr. Moreau geschaffene menschenähnliche Mischwesen, die sich zunächst eher wie Menschen, denn wie Tiere Verhalten. Im Verlauf seines Aufenthalts auf der Insel fallen die bizarren Wesen aber mehr und mehr in ihren tierischen Urzustand zurück. Dr. Moreau, ihr Schöpfer, wird zum ersten menschlichen Opfer ihrer aufkommenden Mordlust.
Meinung / Rezension
Die Insel des Dr. Moreau stand schon lange auf meiner Liste der Bücher, die ich gerne einmal lesen wollte. Die Grundidee begegnet einem schliesslich immer wieder. Ob bei den Simpsons, in anderen Serien oder in Büchern, Anspielungen und Umsetzungen davon findet man an den unterschiedlichsten Orten. Nur das Original hatte ich bisher tatsächlich nie gelesen.
Da ich das Buch gerade nicht zur Hand hatte, habe ich mir kurzerhand das Hörbuch geschnappt und bin so in die Geschichte eingetaucht. Anfangs habe ich mich noch gefragt, wie die Geschichte eigentlich an den Punkt kommen soll, den ich aufgrund meines Vorwissens erwartet hatte. Doch plötzlich ging es Schlag auf Schlag und ich war mittendrin.
Ab diesem Moment konnte ich kaum noch aufhören. Die Geschichte wurde derart spannend, dass ich tatsächlich das komplette, ungefähr sechs Stunden lange Hörbuch in einer einzigen Sitzung gehört habe. Und danach konnte ich kaum glauben, wie schnell das Ganze schon wieder vorbei war.
Gerade bei einem Klassiker hatte ich damit nicht unbedingt gerechnet. So gerne ich Klassiker lese, können sie aufgrund ihres Alters schliesslich auch mal etwas zäher werden. Davon habe ich hier nach dem Einstieg überhaupt nichts mehr gemerkt.
Besonders interessant fand ich ausserdem, dass die Geschichte trotz ihres Alters Fragen aufwirft, die auch heute noch funktionieren. Zwischendurch habe ich mich immer wieder gefragt, wie weit die Wissenschaft eigentlich gehen wird und ob wir irgendwann an einen Punkt kommen, an dem etwas, das heute noch vollkommen absurd erscheint, plötzlich gar nicht mehr so weit hergeholt ist.
Für mich war Die Insel des Dr. Moreau deshalb nicht nur interessant, weil ich endlich das Original hinter einer so oft aufgegriffenen Idee kennenlernen konnte. Das Buch hat mich vor allem schlicht richtig gut unterhalten.
Idee / Umsetzung
Wenn man bedenkt, wie oft die Grundidee bis heute aufgegriffen und neu interpretiert wurde, ist es besonders interessant, endlich das Original kennenzulernen. Die Geschichte funktioniert für mich auch heute noch erstaunlich gut.
Spannung
Nach einem etwas ruhigeren Einstieg ging es plötzlich Schlag auf Schlag. Ab diesem Moment war ich so gefesselt, dass ich das gesamte Hörbuch in einer Sitzung gehört habe.
Lesevergnügen
Sechs Stunden Hörbuch am Stück sagen eigentlich schon alles. Ich hatte unglaublich viel Spass mit der Geschichte und war fast enttäuscht, wie schnell sie wieder vorbei war.
Charaktere
Die Charaktere funktionieren vor allem im Zusammenspiel mit der ungewöhnlichen Situation und den Fragen, die die Geschichte aufwirft. Für mich stand allerdings weniger eine einzelne Figur als vielmehr das Geschehen auf der Insel im Mittelpunkt.
Schreibstil
Für einen Klassiker empfand ich die Geschichte als erstaunlich zugänglich. Nach dem Einstieg hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, mich durch ein älteres Werk kämpfen zu müssen.
Fazit:
Die Insel des Dr. Moreau stand völlig zu Recht so lange auf meiner Leseliste. Nachdem mir die Grundidee schon in unzähligen anderen Geschichten und Serien begegnet ist, war es umso spannender, endlich das Original kennenzulernen. Nach einem etwas ruhigeren Einstieg hat mich die Geschichte vollkommen gepackt und gleichzeitig zum Nachdenken darüber gebracht, wo eigentlich die Grenzen der Wissenschaft liegen. Ein Klassiker, der für mich auch heute noch erstaunlich gut funktioniert.
- Autor: H. G. Wells
- Verlag: Anaconda
- Ausgabe: Hörbuch
- Seiten: 192
| Idee/Umsetzung | |
| Spannung | |
| Lesevergnügen | |
| Charaktere | |
| Schreibstil | |
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Durchschnittlich
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