
Sündenlos
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Die Insel des Dr. Moreau
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So steht sie am Kinderbett: groß, langhaarig, übelriechend – und sie will in Belas Herz
Für die achtjährige Bela ist ihre Familie alles: Mommy, Dad und Oma Ruth geben ihr Sicherheit. Doch Bela hütet ein Geheimnis. Jede Nacht kommt eine zweite Mutter zu ihr – groß, mit langen Haaren, mit einem Geruch nach Kanalisation, der bleibt. Und jede Nacht flüstert sie dieselbe Frage: „Kann ich in dein Herz?“
Bela.
Die andere Mommy sitzt auf meinem Bett und guckt mich an.
Hallo, sage ich.
Früher habe ich mich immer so gefreut, sie zu sehen. Ich habe darauf gewartet, dass die Schranktüren aufgehen. Aber jetzt macht sie mir Angst. Mit all ihrem Gerede und der Frage, die sie immer stellt.
Darf ich in dein Herz?
Ein Albtraum, der im eigenen Haus beginnt
Bela hat Angst, aber sie sagt tapfer immer wieder Nein. Damit verändert sich etwas. Im Haus geschehen schreckliche Dinge, die sich nicht wegerklären lassen. Aus dem Zuhause wird eine Falle – und plötzlich steht für die ganze Familie alles auf dem Spiel.
Je länger Bela widersteht, desto stärker wird das Grauen
Die Macht der nächtlichen Besucherin wächst von Nacht zu Nacht. Sie wird fordernder, näher, unaufhaltsamer. Und sie folgt Bela überall hin.
Es scheint nur eine Möglichkeit zu geben, das Schlimmste zu verhindern: Bela müsste sie hineinlassen. In ihr Herz. Ja sagen. Auch zu allem, was darauf folgen wird…
Meinung / Rezension
Schon vor Beginn der eigentlichen Geschichte gibt es bei Other Mommy eine kurze Erklärung zur speziellen Formatierung des Buches und dazu, dass die Geschichte vollständig aus der Perspektive eines Kindes erzählt wird. Und ausgerechnet dieser Punkt sollte später auch der einzige sein, mit dem ich etwas Mühe hatte.
Aber erst einmal von Anfang an. Die Geschichte startet richtig spannend und verglichen mit einigen anderen Horrorbüchern, die ich gelesen habe, muss man hier nicht erst ewig darauf warten, dass endlich etwas passiert. Ganz im Gegenteil. Die beklemmende Atmosphäre ist sehr schnell da und gerade die Other Mommy sorgte bei mir für einige ziemlich unangenehme Momente.
Die Geschichte wird komplett aus der Sicht der achtjährigen Bela erzählt und dementsprechend kindlich ist auch der Schreibstil. Das ist natürlich absolut logisch und passt zur gewählten Perspektive. Trotzdem sorgte genau dieser Schreibstil bei mir dafür, dass ich die Geschichte nicht ganz so nah an mich heranlassen konnte, wie ich es gerne getan hätte. Mir fehlte dadurch ein wenig die emotionale Tiefe und ich konnte mich nicht vollständig in der Geschichte verlieren.
Auch die Formatierung der wörtlichen Rede war für mich zunächst sehr ungewohnt. Die Dialoge werden durch Einzüge dargestellt und trotzdem folgen Formulierungen wie «sagte Mommy» oder «sagte Daddo». Ich wusste durch die Einleitung zwar, was mich erwartet, musste mich beim Lesen aber trotzdem erst daran gewöhnen.
Dabei möchte ich dem Buch gar nicht vorwerfen, dass Bela kindlich klingt. Sie ist acht Jahre alt und natürlich muss ihre Wahrnehmung entsprechend geschrieben sein. Die Perspektive ist konsequent umgesetzt. Trotzdem ändert das nichts daran, dass genau diese Entscheidung für mich persönlich etwas Distanz zur Geschichte geschaffen hat.
Abgesehen davon hat mich Other Mommy aber richtig gut unterhalten. Die Geschichte war spannend, beklemmend und stellenweise wirklich unangenehm. Besonders gespannt bin ich nun auf die Verfilmung und darauf, wie diese sehr spezielle Kinderperspektive dort umgesetzt wird.
Idee / Umsetzung
Die Geschichte aus der Perspektive eines achtjährigen Kindes zu erzählen, funktioniert gerade für den Horror sehr gut, weil Bela vieles anders wahrnimmt und einordnet als ein Erwachsener. Die Idee fand ich spannend und konsequent umgesetzt.
Spannung
Hier musste ich nicht lange darauf warten, dass etwas passiert. Die Spannung und vor allem die beklemmende Atmosphäre sind sehr schnell vorhanden und begleiten die Geschichte über weite Strecken.
Lesevergnügen
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte endet. Lediglich der sehr kindliche Erzählstil hat dafür gesorgt, dass ich emotional etwas auf Abstand geblieben bin.
Charaktere
Bela steht durch ihre Perspektive natürlich vollkommen im Mittelpunkt. Gerade ihre kindliche Wahrnehmung macht viele Situationen besonders, auch wenn genau diese Erzählweise für mich persönlich nicht immer funktioniert hat.
Schreibstil
Der kindliche Schreibstil und die ungewöhnliche Formatierung der Dialoge sind sehr konsequent umgesetzt. Ich musste mich daran allerdings erst gewöhnen und gerade die kindliche Sprache hat verhindert, dass ich vollständig in der Geschichte versinken konnte.
Fazit:
Other Mommy hat mir richtig gut gefallen und vor allem mit seiner schnell einsetzenden, beklemmenden Atmosphäre überzeugt. Dass die Geschichte konsequent aus der Sicht der achtjährigen Bela erzählt wird, ist gleichzeitig eine ihrer Besonderheiten und der einzige Punkt, der für mich nicht vollständig funktioniert hat. Die kindliche Erzählweise hat eine gewisse Distanz geschaffen, obwohl sie für die Geschichte absolut Sinn ergibt. Trotzdem ein richtig starkes Horrorbuch und ich bin sehr gespannt darauf, wie die Geschichte als Film funktionieren wird.
- Autor: Josh Malerman
- Verlag: dtv
- Ausgabe: ebook
- Seiten: 432
| Idee/Umsetzung | |
| Spannung | |
| Lesevergnügen | |
| Charaktere | |
| Schreibstil | |
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Durchschnittlich
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